Vorträge
Die Freitagsveranstaltungen finden jeweils 20.30 Uhr im PSZ, Quellenstrasse 25 statt.
Die Vorträge sind öffentlich. Es wird kein Kursgeld erhoben.
Abstracts zu den einzelnen Vorträgen sind 14 Tage vor dem Vortrag auf der Homepage (www.psychoanalyse-zuerich.ch) einsehbar.
Das ungeliebte Kind oder das gespaltene Verhältnis der Psychoanalyse zur Psychotherapie.
Zum geschichtlichen Hindergrund eines Grundsatzentscheids,
den das PSZ gegenwärtig treffen muss
Vortragszyklus, organisiert von Anton Fischer
Die Psychoanalyse ist sozusagen die Mutter der modernen Psychotherapie. Ihr sind die meisten der heutigen Psychotherapieformen entsprungen. Trotzdem hat sie seit Anbeginn ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem eige-nen Kind: Lange hat sie sich mit ihm nicht identifizieren wollen und sich selbst nicht als Psychotherapie verstanden. Was inzwischen als psychoanalytisch orientierte Psychotherapie firmiert, reifte nur zögerlich in ihrem Schosse und gegen viele Widerstände heran. Als Pioniere wie Alexander und French das erste Lehrbuch unter diesem Titel – bezeichnenderweise erst 1946 – veröffentlichten, wurden sie durch die damalige psy-choanalytische Orthodoxie attackiert.
Freuds Haltung war ambivalent: schweren Herzens willigte er ein, das reine Gold der Psychoanalyse zu Zwecken der Krankenbehandlung zu legieren. Für ihn war die Psychoanalyse Behandlungs- und Forschungs-methode in einem. Ihre Wirkungsmöglichkeit beschränkte sich aber auf eine kleine zahlungswillige Elite. Deshalb versuchten progressive psycho-analytische Institute (wie Berlin), diese ungewollte Exklusivität zu durch-brechen und das neurotische Massenelend durch die Gründung von Ambulatorien zu bekämpfen, die den Minderbemittelten kostenlos Analysen anboten – was ihnen prompt die Kritik der bürgerlichen Analytiker einbrachte.
Das Unbehagen der Analytiker gegenüber der Psychotherapie entzündete sich an ihrer Medizinalisierung, sie fiel zunehmend unter das Paradigma einer Krankenbehandlung, das die psychische Störung in ein medizinisches Faktum verwandelt und die Behandlungskosten folgerichtig den Krankenkassen überbürdet. Diese Entwicklung veränderte die ursprüngliche Beziehung zwischen Analysand/in (nun Patient/in) und Analytiker/in (nun Therapeut/in) massiv und brachte immer mehr Fremdbestimmung in Organisation und Praxis der Psychoanalyse, der sie sich sowohl tapfer widersetzte, als auch im vorauseilenden Gehorsam unterwarf.
Die Vorträge des Zyklus 2007/08 blicken zurück in die Vergangenheit, aber nur um die Vorgeschichte der heute fälligen Grundsatzentscheide in Erinnerung zu rufen. Sie beleuchten verschiedene Aspekte und stellen unterschiedliche Positionen zur Diskussion.
«Ich persönlich werde wohl die ‚klassischen’ Analysen weitermachen…»
(Sigmund Freud, Rundbrief des ‚Geheimen Komitées’ vom 15. Februar 1924)
Der Abend beginnt mit...
mehr >>>Der Psychoanalytiker zwischen potenziellem Bedarf und realer Nachfrage.
Überlegungen zum ökonomischen Aspekt eines schwierigen Berufs in einem sich wandelnden politi-schen...
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Das irreführende Freudsche Diktum vom reinen Gold der Psychoanalyse und den Legierungen der...
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Psychoanalyse und Gesundheitswesen erscheinen auf den ersten Blick als zwei Felder, die nicht oder...
mehr >>>Vom reinen Gold der ‚tendenzlosen’ Analyse und der Kupferlegierung der ‚suggestiven’ Therapie oder: mit welchen Rohstoffen operiert die Freudsche Analyse?
Diese Formulierungen vom reinen Gold und der tendenzlosen Analyse, die in der Massenanwendung...
mehr >>>Schlussdiskussion
Raum für eine Schlussdiskussion, falls von den TeilnehmerInnen gewünscht
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Learning to live with a bad object: further developments
(eine deutsche Übersetzung wird vorliegen)
In dieser Arbeit zeichne ich nach, wie im Kern der...
mehr >>>Widerstände in der Chefetage und die Folgen – wie können Berater/innen damit umgehen?
ABGESAGT
13.15 - 14.30 Uhr: Öffentlicher Vortrag im Rahmen des Workshops: Gruppenanalytische...
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In seiner 15. Vorlesung zur Einführung in die Psychoanalyse stellte Freud Analogien zwischen der...
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