Psychoanalyse - Organisation - Beratung

organisiert von Franziska Lang und Andreas Sidler

In neuerer Zeit scheint der Blick auf und das Nachdenken über die Psychoanalyse stark geprägt von Psychotherapie und Psychotherapieforschung. Bereits wird von einer «Psychotherapeutisierung» der Psychoanalyse gesprochen. Dabei droht die Gefahr, dass die Beschäftigung mit andern angewandten Feldern der Psychoanalyse wie z.B. Kultur und Gesellschaft, insbesondere Organisationen, ins Abseits gerät. Doch gibt es Personen, Gruppen und entsprechende Publikationen, die den Blick auf das Unbewusste in Organisationen richten. Die psychoanalytisch orientierte Organisationsanalyse und -beratung hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiter entwickelt und ihre Fragestellungen ausgeweitet. In erster Linie geht es ihr darum, den widersprüchlichen und verborgenen Dimensionen menschlichen Verhaltens in Organisationen nachzugehen. In diesem Zyklus sollen verschiedene Facetten psychoanalytischen Arbeitens in der Beratung von Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen zur Sprache kommen.Durch den Miteinbezug von Subjektivität, die sich in Träumen, Bildern und Fantasien zeigt, wird die Wahrnehmung der Realität von Organisationen erweitert. Dabei werden traditionelle, in der Psychoanalyse von Einzelpersonen entwickelte Konzepte (wie Übertragung, Gegenübertragung, Abwehr, projektive Identifikation) auf Gruppen und grössere Systeme übertragen. Zusätzlich werden systemische Konzepte in die Arbeitsweise miteinbezogen. Zusammen mit dem Blick auf die inneren Welten entstehen Irritationen, die für den Erkenntnisgewinn fruchtbar gemacht werden und der häufig auftretenden Irrationalität und Dysfunktionalität in Organisationen Bedeutung verleihen. Nicht zuletzt soll durch die Vorträge des Zyklus das Nachdenken über die Zukunft (der Strukturen) des PSZ angeregt werden.