Leitbild und Absichtserklärung

DAS PSYCHOANALYTISCHE SEMINAR ZÜRICH (PSZ) PFLEGT EINE FUNDIERTE AUSBILDUNG, WEITERBILDUNG UND PERMANENTE FORTBILDUNG IN PSYCHOANALYSE UND PSYCHOANALYTISCHER PSYCHOTHERAPIE.

Das Psychoanalytische Seminar Zürich (PSZ) pflegt Theorie und Praxis der Freudschen Psychoanalyse. Es nimmt eine institutionskritische Tendenz der psychoanalytischen Bewegung in der Schweiz auf.

Der Gefahr von Erstarrung bewusst, bemüht sich das PSZ um eine permanente Auseinandersetzung mit:

– den theoretischen Konzepten
– der jeweils entstehenden Organisationsform am Seminar
– den politischen und kulturellen Bedingungen, unter denen
psychoanalytisches Denken und Arbeiten stattfinden.


Durch seine innere Organisation versucht das Seminar, einen Raum zu schaffen, in dem Psychoanalyse in ihrer Konflikthaftigkeit und Widersprüchlichkeit vermittelt und erfahren werden kann. Diese Organisation ist nicht dazu da, Wissen zu verwalten, sondern ihr Ziel ist es, den nie abschliessbaren Prozess zu fördern, der Wissen stets aufs Neue erzeugt.
(Teilnehmerversammlung vom 12. Februar 1982)

Das Psychoanalytische Seminar sieht es seit seiner Gründung im Sinne dieser Absichtserklärung als seine Aufgabe, an der Freudschen Psychoanalyse interessierten Personen ein Forum und die Möglichkeit einer fundierten Ausbildung, Weiterbildung und permanenten Fortbildung in Psychoanalyse und psychoanalytischer Psychotherapie zu geben.

Es besteht seit 1977 als unabhängige, selbstverwaltete Institution in der Tradition der Freudschen Psychoanalyse in der Schweiz. Das PSZ versteht unter Psychoanalyse nicht nur eine klinische Theorie und Behandlungspraxis, sondern verknüpft mit ihr den Anspruch, gesellschaftliche, soziale und kulturelle Phänomene zu problematisieren. Um interdisziplinäre Querverbindungen zu fördern und damit auch den eigenen Denkraum offenzuhalten, steht das Psychoanalytische Seminar als Fortbildungs- und Diskussionsforum nicht nur Psychologinnen und Psychologen sowie Ärztinnen und Ärzten offen, sondern auch Interessierten aus anderen Berufen und Wissenschaften.

In der Regel beginnt der Werdegang zur Psychoanalytikerin, zum Psychoanalytiker mit der Weiterbildung in Psychotherapie. Das PSZ bietet deshalb zusätzlich zur psychoanalytischen Ausbildung einen modularen Weiterbildungsgang mit curricularen Elementen an, mit je einem Schwerpunkt in psychoanalytischer Psychotherapie für Erwachsene oder in psychoanalytischer Psychotherapie für Kinder und Jugendliche. Das Lehrangebot des PSZ ist so gestaltet, dass die Teilnehmenden gemäss ihren individuellen Lebens- und Arbeitsbedingungen eine Auswahl aus dem Lehrangebot treffen können, die ihnen erlaubt, sich als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut im Sinne der geltenden Verordnungen und Gesetze zu qualifizieren. Der Weiterbildungsgang erfüllt die Standards der Schweizer Charta für Psychotherapie sowie jene für den Fachtitel Psychotherapie FSP, ASP, SBAP und ist vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) provisorisch akkreditiert.

Für Ärztinnen und Ärzte, die den Facharzttitel für Psychiatrie und Psychotherapie anstreben, ist das PSZ als Weiterbildungsinstitution anerkannt. Für sie gelten die entsprechenden Reglemente der FMH und deren Vorgaben für Theorie, Supervision und Selbsterfahrung. Selbstverständlich steht es ihnen frei, das vollständige Curriculum des PSZ für psychoanalytische Psychotherapie zu durchlaufen, wie es von Psychologinnen und Psychologen gefordert wird.
Weiterbildung in psychoanalytischer Psychotherapie soll wie die psychoanalytische Aus-und Fortbildung die Möglichkeit bieten, psychoanalytische Kompetenz zu erwerben. Voraussetzung dazu sind die eigene Psychoanalyse, das Studium der psychoanalytischen Literatur, der Besuch von theoretischen und klinischen Seminaren und die Supervision der eigenen psychoanalytischen Tätigkeit.

Die Fähigkeit, Manifestationen des Unbewussten – des eigenen und des fremden – zu erkennen und deutend auf sie einzugehen, lässt sich nicht in Prüfungen nachweisen. Das Psychoanalytische Seminar Zürich versteht sich deshalb in seinem Lehrangebot und von seiner Organisationsform her nicht als akademischer Betrieb, in dem kodifiziertes Wissen vermittelt wird. Vielmehr gestalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Weg zur Psychoanalytikerin, zum Psychoanalytiker oder zur psychoanalytischen Psychotherapeutin, zum psychoanalytischen Psychotherapeuten weitgehend in eigener Verantwortung. Das PSZ begleitet und unterstützt ihren Werdegang mit einem breit gefächerten, jedoch klar gegliederten Angebot an Kursen und Veranstaltungen sowie durch die Art seiner Organisation: alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Möglichkeit, selbständig oder mithilfe erfahrener Kolleginnen und Kollegen, Studiengruppen oder Kurse zu organisieren. Durch die Mitwirkung in der Seminar-Selbstverwaltung können sie Einfluss auf das Angebot nehmen.
(Teilnehmerversammlung vom 23. Oktober 2015)