Journal für Psychoanalyse

Aktueller Call for Papers

«The Power Of Goodbye – Vom Ende (in) der Psychoanalyse» (65. Heft)

In Zeiten der zunehmenden Vermessung und Quantifizierung jeglicher Lebensbereiche ist es nicht verwunderlich, dass auch analytische Psychotherapien vom Ende her gedacht werden. Eine tranchenweise festgelegte Anzahl von Sitzungen im neuen Schweizer Anordnungsmodell oder die Kontingente der Richtlinientherapie in Deutschland haben daher einen nicht unerheblichen Einfluss auf therapeutische Prozesse, die erstmal wenig mit individuellen psychischen Entwicklungen zu tun haben. Andere psychotherapeutische Verfahren wie die Verhaltenstherapie, aber auch (teil-) stationäre Behandlungskonzepte, arbeiten hingegen ganz selbstverständlich mit einer begrenzten Sitzungsanzahl und einem vorab geplanten Abschluss der Psychotherapie. Ist das Unbehagen mit dem Ende womöglich ein genuin psychoanalytisches? Inwiefern ist es im Rahmen einer kassenfinanzierten Behandlung vielleicht sogar möglich sich die «Power» des Abschieds zunutze zu machen?

Doch auch jenseits von äusseren Strukturen ist die Konzeptualisierung der Beendigung analytischer Behandlungen (im Gegensatz zu ihrer Einleitung) ein Thema, das in der Fachliteratur lange Zeit eher beschwiegen wurde. So wusste Freud selbst dem Arzt keinen praktischeren Rat, als dass «die Beendigung einer Analyse (...) eine Angelegenheit der Praxis» (Freud, 1937c, S.96) sei. Wie und wann werden analytische Behandlungen also beendet und warum?

Im Spannungsfeld von Trauer und Erleichterung, Abschied und Aufbruch, Verlust und Neubeginn sind es nicht nur unsere Patient:innen und Analysand:innen, die in Trennungskonflikte geraten können. Ansprüche und Ideale, was bis zum Ende einer Behandlung erreicht worden sein sollte, spielen dabei ebenso eine Rolle wie Normen und Wertvorstellungen, was einen «guten Abschied» ausmacht.

Und wie geht Abschied unter erschwerten Bedingungen? Etwa wenn nicht der zu einem Abschluss gekommene therapeutische Prozess das Ende bestimmt, sondern die Analytikerin, die während einer laufenden Behandlung schwanger wird oder umzieht, oder der Analytiker, der krank wird, in den Ruhestand geht oder vielleicht sogar stirbt? Wie gehen Analytiker:innen und Therapeut:innen selbst mit Abschieden um – nicht nur von einzelnen Patient:innen, sondern irgendwann auch mit dem Abschied von der Profession? Diana Pflichthofer (2013) stellt darüber hinaus die Frage nach der postanalytischen Beziehung: Wird die analytische Beziehung überhaupt je als beendet erlebt, oder ist sie «unendlich»? Und wie gestaltet man die innere und, vor allem nach Lehranalysen, die äussere Beziehung in der «Zeit danach»?

Mit diesem Schwerpunkt zum Thema «Abschied» möchten wir im 65. Heft des JOURNAL FÜR PSYCHOANALYSE zu einer breit angelegten Diskussion einladen. Für die Zusammenstellung einer vielfältigen Ausgabe erbitten wir Themenvorschläge als Abstract (max. 2‘000 Zeichen inkl. Leerzeichen) bis zum 31. März 2023 an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Die Redaktion behält sich vor, eine Auswahl zu treffen. Eingabefrist für die Beiträge ist der 31. Oktober 2023 (max. 35‘000 Zeichen inkl. Leerzeichen). Das Heft erscheint im Sommer 2024.

Beitragseinreichung

Nach angenommenem Abstract mit inhaltlichem Bezug zum aktuellen Call for Papers sollen die Beiträge zum vereinbarten Zeitpunkt unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. eingereicht werden. Alle Beiträge werden von der Redaktion des Journals begutachtet und redigiert (Editorial Review).

Die Redaktion und der Seismo-Verlag bitten die Autor:innen, die folgende Schreibanleitung einzuhalten.

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Die Redaktion bittet die Autoren ebenfalls, für jeden zur Publikation angenommenen Text eine Publikationsvereinbarung mit dem Titel des betreffenden Textes versehen und unterzeichnet dem Sekretariat des Psychoanalytischen Seminars Zürich zuzustellen.

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Die Langzeitarchivierung des Journals für Psychoanalyse erfolgt unter LOCKSS.

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