Skip to main content

Kalender

Vortragszyklus - Staat und Klientelstruktur im PSZ

Kursdatum
12.01.2024 20:30 - 22:00
Ort
PSZ
Semester
Wintersemester 2023/24
Referent:in
Markus Weilenmann, Judith Beyer

Beschreibung

Seit den Gründerjahren tritt das PSZ für die Förderung und Vertiefung einer gesellschafts- und institutionskritischen Psychoanalyse ein. Bisher wurde aber noch kein Gedanke über den Zusammenhang zwischen den verschiedenen, am PSZ vertretenen, theoretischen Strömungen und der rechtlichen Art verloren, wie die diversen Netzwerke sich ihre Einkünfte organisier(t)en, um ihr eigenes berufliches Vorwärtskommen zu sichern. Dies ist umso irritierender, als es der Staat bzw. die ihn vertretende Gesundheitsbehörde ist, die mit Hilfe des alten Delegationsmodells bzw. des neuen Anordnungsmodells die Art der Abhängigkeitsbeziehungen definiert, in die wir uns hineinbegeben (müssen). Dabei ist es für unsere berufliche Identität keineswegs unerheblich, welche Rolle wir in diesem Geflecht einnehmen.

Wir verstehen diese Veranstaltung als Anstoss, sich am PSZ vermehrt mit der Funktionsweise von klientelistischen Abhängigkeitsbeziehungen in staatlichen Strukturen auseinanderzusetzen und nach den charakteristischen Eigenschaften und Aggressionen zu fragen, die in solchen Abhängigkeitsbeziehungen zum Tragen kommen

Literatur

Spittler, G. (1977). Staat und Klientelstruktur in Entwicklungsländern. Zum Problem der
Politischen Organisation von Bauern, in: Europäisches Archiv für Soziologie 18, S. 57-83

Spittler, G. (1980). Streitregelung im Schatten des Leviathan, in: Zeitschrift für
Rechtssoziologie, Heft 1, S. 4-32

Weilenmann, M. (2022). Kontinuität im Wandel: Das Psychoanalytische Seminar Zürich im Schatten des Leviathan. Eine rechtsethnologische Institutionsanalyse. Ungefragtes Gutachten zuhanden der Seminarleitung des PSZ, Kap. 7

Zu den Referenten

Markus Weilenmann, Rechtsanthropologe (zusätzlich Ausbildung in Psychoanalyse am PSZ); Leiter des «Büro für Konfliktforschung in Entwicklungsländern». Diverse Publikationen zu Konfliktforschung und Ethnopsychoanalyse. Zuletzt 2023 «Psychoanalyse unter Druck: Verwaltung von Gesundheit» in: Journal für Psychoanalyse 64, 2023, S. 93-110

Judith Beyer, ist Politik- und Rechtsethnologin und leitet als Lehrstuhlinhaberin die Arbeitsgruppe "Ethnologie mit dem Schwerpunkt Politische Anthropologie" an der Universität Konstanz. Sie ist Mitgesellschafterin von "Die Bodenseher" und bietet sozial- und kulturwissenschaftliche Analysen für die öffentliche Verwaltung, Unternehmen, Kanzleien, zivilgesellschaftliche Organisationen und Medien an. Sie verfügt über langjährige ethnographische Feldforschungserfahrungen in Zentral- und Südostasien. Momentan forscht sie zu Staatenlosigkeit und Expertenaktivismus in Europa. Ihre Forschungsthemen sind Prozesse der Identitätsbildung ("Gemeinschaft" und "Wir-Formation"), Praktiken der Neotraditionalisierung und die Erforschung von Schnittmengen zwischen Ethnologie und Psychoanalyse.

Anhänge
240112 Weilenmann Beyer.pdf [122.71Kb]
Hochgeladen Montag, 04. Dezember 2023 von Bertschinger

Datum

12.01.2024 20:30 - 22:00

Standortinformationen

PSZ

Straße
Quellenstrasse 25
Stadt
8005 Zürich