Wenn Menschen mit Maschinen sprechen.. Psychoanalytische und technische Aspekte von Künstlicher Intelligenz.
- Kursdatum
- 23.10.2026 20:30 - 22:00
- Ort
- PSZ
- Semester
- Wintersemester 2026/27
- Kurs
- Vortrag: Wenn Menschen mit Maschinen sprechen
- Referent:in
- Edith Seifert
Beschreibung
Beschreibung
Beim Zürcher Kongress «Zur Macht des Unbewussten in Politik und Subjekt» (November 2025) führte Edith Seifert in den Schwerpunkt «Digitalität und Komplexität» ein und gewährte erste Einblicke in das Problemfeld. So wurde in der dort begonnenen Auseinandersetzung u.a. die Frage angeschnitten, welche Auswirkung die digitale Kommunikation mit körperlosen KI-Agenten auf das Erleben der Nutzer hat.
Am 23.10.2026 kehrt Edith Seifert ans PSZ zurück, um diese Frage zunächst in einem Vortrag weiter zu behandeln. Sie geht dabei von der Forderung aus, dass man vor aller Kritik und Fragen nach dem Umgang mit digitalen Medien zunächst verstehen sollte, welche Veränderungen die neuen Technologien, speziell die KI mit sich bringen. Und zwar im kulturellen Umfeld, den sozialen Beziehungen, dem sozialen Miteinander, im Denken und Sprechen der Einzelnen. Neben der Feststellung, dass entgegen aller offensichtlichen Gegensätze Psychoanalyse und Künstliche Intelligenz epistemisch mehr gemein haben als man erwarten mag, drängen sich auf Anhieb einige kritische Aspekte auf, die im Vortrag ausgeführt werden sollen: 1. Die erwähnte Abstraktion, Körperlosigkeit der KI Agenten, die im strikten Gegensatz zum Sprechen der menschlichen Subjekte steht, das ohne Körper nicht auskommt. 2. Die Täuschungen durch die KI-Modelle, die bereits im Maschinendesign angelegt sind, zugleich aber eine psychologische Hypothek darstellen, weil die Nutzer im maschinellen Gegenüber zwangsläufig eine menschliche Person erkennen. Und zwar bis dahin gehend, dass sie ihm Gefühle, Wohlwollen, sogar Liebe zuschreiben. Womit sich 3. Abhängigkeiten einstellen, während doch das Versprechen gilt, dass mit den Maschinen mehr Autonomie und Freiheit zu gewinnen wäre.
Am Samstag, 24.10.2026, findet dazu ein Kasuistisches Seminar statt.
Dozentin
Edith Seifert, Berlin
Edith Seifert ist Psychoanalytikerin in Berlin und Supervisorin in der Jugendhilfe. Sie war lange Universitätsdozentin für psychoanalytische Pädagogik. Sie hat Monografien und Aufsätze zur weiblichen Sexualität, zu aktuellen sexuellen Erscheinungsformen sowie zur Herausforderung der Psychoanalyse durch die Neurowissenschaft verfasst. Ihr derzeitiges Interesse gilt den neuen Technologien.
Kosten
Öffentlicher Vortrag.
Eintritt CHF 30.-, kann vor Ort in bar oder per Twint bezahlt werden. Eine vorgängige Anmeldung ist nicht erforderlich.

