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Tagung: „Zeitgemässe psychoanalytische Praxis“: Verbindung und Trennung

Ort
PSZ
Dozent:innen
Weissberg
Semester
Wintersemester 2025/26
Einheiten
13
Lektüre
wird testiert
Referent:in
Roni Weissberg
Bereiche
1 Metapsychologie, 3 Klinische Ausbildung
geeignet
klinisch Tätige, «PSZ für Studierende»
Anmeldefrist endet am 26.09.2025 um

Beschreibung

Wie wir wissen, hat die Psychoanalyse in den Wissenschaften, im Gesundheitswesen und im öffentlichen Diskurs aktuell einen schweren Stand. Deshalb ist es unser Anliegen, über eine Psychoanalyse des XXI Jahrhunderts nachzudenken. Wir fragen uns dies aber nicht im Bezug zu gängigen Moden und Ansprüchen, sondern wollen aus unserer Sicht wissen, wo und wie muss sich die Psychoanalyse verändern und entwickeln, um auf die gegenwärtigen Fragen, Herausforderungen  und Konflikte Antworten zu geben.

Überblickt man etwas plakativ die Geschichte der psychoanalytischen Theoriebildung und ihre Praxis, so zeigen sich zwei Tendenzen: eine, die man eventuell als «männlich» oder «väterlich» bezeichnen kann. Sie betont das Moment des trennenden, separierenden, das des Schnitts, des Ödipalen. Dabei wird häufig auf Freud und Lacan und auf die Triebtheorie Bezug genommen. Die andere Tendenz, die man als «weiblich» oder «mütterlich» bezeichnen könnte, betont eher die Aspekte des Präödipalen, der Bindung und des Containments. Hier bezieht man sich häufig auf Klein, Bion, Winnicott sowie insbesondere auf die Bindungstheorie und die Objektbeziehungstheorie. Es scheint somit, als ob sich Analyse und Liebe/Eros gegenüberstünden und manchmal sogar polemisch bekämpften. Kritiker der psychoanalytischen Praxis - von innen und aussen - haben immer wieder betont, wie häufig die psychoanalytische Praxis theoriegeleitet ist. Dem wird wiederum entgegengehalten, dass das Sprechen in der Therapie zu einer Wohlfühlveranstaltung verkomme. Vielleicht kann man auch von einem kalten und einem warmen Therapiestil sprechen? Jedenfalls: Eine Verknüpfung, Dialektisierung der genannten Aspekte oder anderer Möglichkeiten kommt kaum zur Sprache. Es besteht die Gefahr von Erstarrung und Dogmatismus. Und in diesem Kontext zeigen sich häufig zwei Tendenzen: dort wo es eine theoretische Auseinandersetzung gibt, kommt es häufig zu Zwist und Spaltung. Fehlt die Auseinandersetzung, entsteht das, was man «milde Indifferenz» nennen könnte: jeder „bastelt“ vor sich hin, ohne dass die so gewonnenen Erfahrungen in die Entwicklung unserer Sache einfliessen.

Mit der Frage zum Verhältnis von Ver-Bindung und Trennung wollen wir uns diesem zentralen Komplex und dieser Bruchstelle in der Psychoanalyse stellen. Dabei haben wir diese Thematik bereits in den letzten beiden Tagungen angeschnitten: Im Oktober 2024 mit einem Beitrag von André Michels über den Ödipuskomplex (Vgl. Vortrag im Arbeitsheft mit dem Titel: Herausforderungen für eine zukünftige Psychanalyse) und im Mai 25 im Vortrag von Max Kleiner und Roni Weissberg über Digitalität und Spaltung (ebenfalls im Arbeitsheft). Auf diesem Hintergrund ist für Ende September folgendes Programm vorgesehen: An Stelle des Freitagabendvortrag, der zugleich eine öffentliche Veranstaltung des psychoanalytischen Seminars Zürich (PSZ) ist, werden 5 KollegInnen einen kurzen Input zu unserem Thema «Bindung und Trennung» aus ihrer klinischen Praxis machen. Es werden kurze Spots, Vignetten, Irritationen, Herausforderungen aus dem Praxisalltag sein. Anschliessend folgt wie immer eine erste Falldarstellung. Am Samstag beginnen wir mit einer zweiten Falldarstellung, um uns auf dem Hintergrund der Vignetten des Vorabends sowie der erwähnten Vortragstexte (vgl. Arbeitsheft), gemeinsam mit dem Tagungsthema zu beschäftigen. Nach dem Mittagessen beschliessend wir diese Diskussion, kommen nochmals auf die Fälle zu sprechen und planen die kommende Tagung vom 26. - 27. Juni 2026 in Paris.

Mit ihrer Anmeldung erhalten Sie das Arbeitsheft unserer letzten Tagung mit den erwähnten Texten für unsere Diskussion.

Termin:

Wochenendkurs:
26.09.2025: 18:30-22:00 Uhr
27.09.2025: 10:00-17:30 Uhr

Programm:

Freitag, 26. Sept. 2025:

18:15  Anmeldung am Tagungstisch

18:30-20:00: 1. Block: Egon Garstick (Zürich, PSZ), Rhadija Lamrani Tissot (Paris, Espace), Edith Seifert (Berlin, Psybi), Andjela Samardzic (Zürich, PSZ) und Patrick Landmann (Paris, Espace): Vignetten zu Bindung und Trennung. Achtung: dieser Vortrag ist auch im PSZ als Freitagsveranstaltung ausgeschrieben, sodass es zusätzliche Zuhörer gibt. Kommen Sie bitte pünktlich, um sicher Platz zu haben.
> Zum Abstract

20:30 Falldarstellung: Maria Viktoria Lucero

Gemeinsames Abendessen 22:00 in einem Restaurant in der Nähe des Veranstaltungsorts

 

Samstag, 27. Sept. 2025:

10:00 - 11:15: 2.Block: Falldarstellung: Diana Wotruba.

Anschliessend: Edith seifert, Max Kleiner, Roni Weissberg: Bindung und Trennung: Gemeinsame Diskussion der Texte von André Michels und Max Kleiner/Roni Weissberg sowie der klinischen Beiträge

 15:00 - ca 17:30: 3. Block: Weiterführung der gemeinsame Diskussion, anschliessend: André Michels: Gespräch zu einigen ausgwählten Punkten aus den Falldarstellungen.

Am Ende besprechen wir das weitere Vorgehen für die kommendeTagung in Paris im Mai 2025.

Preise:

  •  CHF 180.-

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Buchungsinformationen

Preise
180.00 CHF
max. Anzahl Teilnehmer:innen
unlimitiert

Standortinformationen

PSZ

Straße
Quellenstrasse 25
Stadt
8005 Zürich